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Bayern
Innen Träumerin, außen Realistin, Liebhaberin der klassischen Musik, der Kunst, Verfechterin des Glaubens an Gott, Gedankenreisende, Gerechtigkeitliebende.

Sonntag, 13. September 2015

Sagrada Familia - ein Symbol für die Familie der Menschen

Der tief frömmige Antoni Gaudi i Cornet (1852-1926) baute mitten in Barcelona ein Wunderwerk.










Es gibt unzählige Beschreibungen über den Baufortschritt und den symbolischen Gehalt der Basilika.

Hier möchte ich jedoch nur einige Bilder vom "Wunder" zeigen und einige Gedanken einfließen lassen, die darauf aufmerksam machen sollen, dass wir Menschen, egal woher wir kommen und wohin wir gehen, zu einer Menschheitsfamilie gehören und es selbstverständlich ist als Geschöpfe Gottes einander in Not und Gefahr zu helfen, ein Dach über dem Kopf anzubieten und neue Lebensperspektiven zu schaffen.


Schon vor dem Betreten der Sagrada Familia wird man ganz natürlich an das Völkergemisch unserer globalen Welt erinnert. Wer hinein will, findet sich zunächst in einer fast ganz um das Gotteshaus herum gehenden Menschenschlange wieder.
Als ich im April dort stand, waren da Japaner, Deutsche, Italiener, Amerikaner natürlich auch Spanier. Bald werden es auch Syrer, Ägypter oder Libyer sein, wenn sie endlich in den Ländern angekommen sind, die ihnen die Türen und die Herzen weit öffnen.
Eines der Tore der Sagrada Familia  stammt von Etsuro Sotoo, einem Japanischen Künstler, der die Natur sprechen lasst und im Grün der Hoffnung, mit dem Grün des wuchernden Lebens den Eintritt in das neue Leben markiert. Das sog. Barmherzigkeitsportal wird von bronzenem Efeu überrankt, kleine Tiere bewohnen die Blätter.


Wer durch dieses Portal die Kirche betreten hat, wird aus dem Staunen nicht herauskommen und mit vielen Menschen in einem beinahe babylonischen Sprachengewirr, wie eine Biene, die in ihren Stock einfliegt, ein Schutzgefühl verspüren, ein  Zuhause haben und die Schönheit des Bauwerks zur Ehre Gottes in sich aufsaugen.












Tausende von Menschen kommen täglich in friedlicher Absicht in die Basilika, tausende von Menschen kommen jetzt täglich in unser Land. Freilich muss man sie dosiert hereinlassen, aber sie stehen unter unserem Schutz, wie der über dem Hochaltar hängende geschundene Jesus unter einem Schirm hängt und ein Symbol für die geschundene Menschheit darstellt und dennoch auf die Hilfe Gottes, der nur durch die Hände der Menschen im guten Geist wirken kann, vertrauen darf.


 Im "göttlichen Bienenstock" lässt es sich gut wohnen: es gibt Licht und Schatten. Draußen gibt es Geburt und Sterben, denn die Ostfassade erzählt die Geburt Jesu und die Westfassade das Sterben. Wir sollten versuchen das Licht zu bringen!

es gibt Palmen und Musik,


es gibt Wasser und Brot - und es gibt Menschen, die guten Willens sind! - Menschen aus allen Ländern und Sprachen, die hier zusammenfinden.
(Lassen Sie mit diesen Gedanken ihre Augen über die Bilder gleiten, schauen sie genau hin.)
ÖFFNEN SIE IHRE EIGENEN HERZEN FÜR DIE MENSCHEN, DIE AUF DER FLUCHT SIND UND OFFENE TORE UND OFFENE ARME BRAUCHEN - WIR SIND EINE FAMILIE! Wir sind nur dann eine heilige Menschenfamilie, wenn wir heilend wirken. Wir sind auch Schuldige, deshalb macht es Sinn das VATER UNSER in allen Sprachen zu beten.



alle Bilder copyright by frieda

Wer mehr über dieses wunderbare Gotteshaus wissen will, dem empfehle ich: http://www.sagradafamilia.org/en/
und Albert Fargas: Die Symbolik des Tempels Sagrada Família. Fotografien von Pere Vivas. Übersetzt von Susanne Engler. Triangle Postals, Menorca 2009, ISBN 978-84-8478-408-1.

Mittwoch, 1. April 2015

"Einkehr ist kurz - Heimkehr ist Ewigkeit" - Zum 100. Geburtstag von Professor O. W. Fischer

Ein Aprilscherz? Nein, das Geburtsdatum eines großen Künstlers und Denkers führt uns zum 1. April 1915 in die Medekstraße 44 nach Klosterneuburg und jährt sich zum 100. Mal.

Der erste Weltkrieg hatte sich gerade selbst desillusioniert, der Kaiser war ratlos und ausgezehrt von der Politik und den Schicksalsschlägen des eigenen Lebens und verstrickt in unheilige Allianzen.

Medekstraße, Klosterneuburg, das Bild
zeigt nicht das Geburtshaus, sondern nur das
Straßenschild, da das Geburtshaus nicht
mehr existiert.
In diesem Moment der Weltgeschichte, in einem Efeutürmchen in der Medekstraße begann das Leben des Otto Wilhelm Fischer.

In Klosterneuburg ging er zur Volksschule,
Volksschule Klosterneuburg, Untere Stadt
später hinauf über die Hundskehle ins Bundesrealgymnasium.

Bundesrealgymnasium Klosterneuburg

Aus dem Zeichensaal hatte er den Blick auf den österreichischen Eskorial, auf Herzogshut und Kaiserkronen: auf das Augustiner Stift Klosterneuburg. Bis zur Matura blieb O.W. Fischer ein Klosterneuburger.
Schon in den ersten Schuljahren fiel er den Schulkameradinnen auf, weil er als blondes Büblein mit Grübchen im Kinn damals schon einen unbewußten Charme verbreitete oder ein klein wenig arrogant sie in ihre Schranken verwies.
Später findet sich die Familie Fischer in der Martinstraße 53 wieder, denn Mutter Fischer hatte sich dort in ein grünes historisierendes Häuschen, mit spitzem Dachgiebel verliebt.

Martinstraße 53, Klosterneuburg, April 2002

Haussegen: Aufnahme April 2002

St. Martin, Klosterneuburg
Über der Haustür wacht bis zum heutigen Tage ein Stuck-Engel mit den Spruchband "Einkehr ist kurz - Heimkehr ist die Ewigkeit".  Dort wohnten die Fischers bis zur Übersiedelung nach Wien mit der Ziege Hansi und den Hunden Lord und Flott, gerade gegenüber der Kirche und des Pfarrhofes von St. Martin.
Heute ist das Haus im Schönbrunner Gelb gestrichen und eine Gedenktafel ehrt den 100-jährigen Jubilar.



Diese ersten Kindheitsorte, waren zweifellos für das spätere Leben O.W. Fischers prägend. Sogar in seinen Filmen blitzt das eine oder andere Motiv durch. Wie ähnlich ist seine eigene Lebensgeschichte mit dem Film "Das Riesenrad" verwoben, wie sehr war er in Gestus und Habitus ein kaiserlicher Österreicher, (dem der Studiobetrieb von Hollywood über die Hutschnur ging),
wie stark war seine Tierliebe, die sich nicht nur auf Katzen (vgl. "Herrscher ohne Krone") erstreckte, sondern besonders in dem von ihm initiierten Film "Axel Munthe" zu sehen ist. Dass sein Erbe einer Theologischen Fakultät und dem Tierschutz zu Gute kam, ist in den frühen Kindertagen bereits grundgelegt. 
Und auch das mag als Beleg für eine Prägung gelten, denn als Kind versteckte er sich gerne hinter dem Vorhang im Speisezimmer, um das Leben draußen zu beobachten, als gereifter Mann versteckte er sich in Vernate, hoch über dem Luganer See, um über die Kreisläufe der Welt und das Innenleben der Menschen nachdenken zu können. Seine hochdotierte Filmarbeit verhalf ihm dazu finanziell gesichert, retirieren zu können, denn er war viel lieber Philosoph, Etymologe und Metaphysiker
Lassen wir uns die Seelen- und Innenwelt des Philosophen Otto W. Fischer von ihm selbst darstellen. Er zitiert sich auf diesem Autographen selbst, es ist ein Zitat aus seinem Buch "Engelsknabe war ich keiner", S. 286. (Wer seine Handschrift nicht gut lesen kann: "Unser eigner Geist hat uns auf die Raumstation verfrachtet, die man Erde - Terra - nennt.")



und aus seinem Buch "Auferstehung in Hollywood":

"WAS DU WERDEN KANNST, DAS WARST DU. NUR VIEL REICHER AN ERFAHRUNG."


Aus dem kleinen blonden Bub mit abstehender Ohren ist ein großer Philosoph geworden, der mit der Allhypnose-Theorie und der Definitio animae versuchte ein Sokrates zu werden.
Lassen wir ihn also zum 100. Geburtstag in Gedanken auferstehen und verinnerlichen wir ihn und seine Gedanken!






(alle Bilder und Skizzen copyright by frieda)

Freitag, 2. Januar 2015

"Ich setzte meinen Fuß in die Luft und sie trug."


GEDANKEN ZUM NEUEN JAHR

Mit Pauken und Trompeten, knallend und funkelnd haben wir das neue Jahr begrüßt.
Man liegt sich in den Armen, wünscht sich nur das Beste und hofft, dass dieses neue Jahr nichts Schlimmes bringen möge - für keinen auf der Welt.

Man wünscht sich, wie seit x Jahren, mit dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ein "Prosit Neujahr" ("Es möge nützen ... das neue Jahr") und versucht dem neuen Jahr zu trauen.

Was wissen wir vom neuen Jahr? Nicht viel!
Wir schauen in die neuen Kalender, sehen die vielen Tage und wissen nicht, was sie bringen werden. Wir suchen zur inneren Ordnung  nach Fixdaten: Ostern, Pfingsten, etc..
Auch übertragen wir die Geburtstage der einzelnen Familienmitglieder, der Freunde und Wahlverwandten mit akribischem Eifer.


Wir stellen in zunehnendem Alter fest, dass das letzte Jahr wieder manche Lebensgeschichte zu einem ewigen Ende geführt hat und überlegen uns, ob wir diese Geburtstagsdaten noch eintragen sollen ...,  - wir sollten sie nicht tilgen.
Manche Sterbedaten blitzen hinter solchen Geburtsdaten auf und jähren sich im neuen Jahr das erste Mal.

Mancher Verstorbene würde heuer 100 Jahre!
Man weiß, dass man ihn gut gekannt hat, weil man selbst schon mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat und spürt, dass ein ganzes Jahrhundert so schnell vorbei streicht, wie ein Lufthauch.



Lassen wir uns vorwärts treiben und mutig die Segel setzen in dieses unbekannte 2015. Lassen wir es zu, den Fremden in unserem Land eine Heimat zu geben, damit sie Boden unter ihren Füssen finden.
Möge ihnen und uns Gott gnädig sein und das Schicksal milde.


Freitag, 7. November 2014

Eiszeit für Eizellen: "Sagt NEIN zu SOCIAL FREEZING!"



Wie viele Kommentare zum Thema "social freezing" konnte man in letzter Zeit lesen! Das Thema wird hoch emotional diskutiert, manchmal auch unqualifiziert polemisch.

Ich möchte hier meine eigene Meinung kundtun und ein wenig zum Nachdenken anregen.

Ich las vom Selbstbestimmungsrecht für den Zeitpunkt einer Schwangerschaft, ich las vom Recht auf das eigene Kind. Ich las vom Recht auf Karriere.

Ich las aber nur wenig vom Recht der Natur.
Ich las nur wenig vom Recht der Kinder auf junge Eltern.
Ich las nichts vom Recht der Kinder auf agile Großeltern.
Ich las auch nichts davon, dass den späten Eltern eine immense Doppelbelastung aus dem Aufziehen ihrer Kleinkinder und der gleichzeitigen Pflege ihrer eigenen Eltern erwächst.
Es wird verdrängt, dass das "social freezing" riesige "Halden" von nicht abgerufenen eingefrorenen Eizellen herstellen wird.
Es wird verdrängt, dass der "Adoption" von Eizellen damit Tür und Tor geöffnet ist.
Es wird verschwiegen, dass der künstliche Fruchtbarkeitsmarkt ein unglaublich einträgliches finanzielles Geschäft ist.
Es wird verschwiegen, dass der Eizellenpunktion eine intensive Behandlung mit Hormonen vorausgeht, die u.a. zu Thrombosen und Schlaganfällen bei der jeweiligen Mutter führen kann.
Es wird verschwiegen, dass eine Schwangerschaft nach dem 45. Lebensjahr nicht unproblematisch ist, weil die Mutter bereits Alterskrankheiten (z. B. Diabetes) entwickelt haben könnte.
Es wird verdrängt, dass Frauen in  späteren Lebensaltern auch mit künstlichen Methoden nur zu 30 Prozent wirklich schwanger werden und die psychische Belastung für das Paar enorm ist.

Es wird verdrängt, dass Konzerne wie  z. B. "Apple" den jungen Frauen damit womöglich gar keine Wohltat anbieten, sondern, dass damit die Frauen auf funktionierende Arbeitsameisen reduziert werden könnten, mit dem Ziel aus der Arbeit der Frauen möglichst viel Profit (Bruttosozialprodukt) zu schlagen, denn der Preis für "social freezing" ist um ein Vielfaches geringer, als eine vom Konzern bezahlte angemessene Erziehungszeit  oder eine direkte Angliederung von Kinderkrippen und Kinderhorten an die jeweiligen Betriebe, so dass Eltern ihren Beruf in der räumlichen Nähe ihrer Kinder ausüben könnten.
Müsste sich eine Frau künftig rechtfertigen, wenn sie schon mit 25 Jahren oder gar noch früher ein Kind bekommen will und dennoch ihren Beruf fortführen will?

Das Angebot "Social freezing" könnte also eine Mogelpackung für karrierebewußte Frauen sein, ein Phänomen des überbordenden Kapitalismus und eines materialistischen Weltbildes, das viele ethisch-moralische Fragen aufwirft.

Sonntag, 20. Juli 2014

Die Kapellengitter des Freisinger Doms








Vergittert wird nur, was geschützt werden muss. Ziergitter aus Eisen geschmiedet sind filigrane Mauern, die etwas abschließen oder vom alten Zustand eines Bauwerks erzählen.

Sie haben  dekorativen Charakter und künden von der Fertigkeit der Kunstschmiede, die mit Amboss, Schmiedezargen, Zangen und mit vom Schmied vorgerichteten Biegeschablonen auch reproduzierbare Teile schaffen konnten.
Die Ziergittertechnik setzt mit der Gotik ein und wird ab dem 16. Jahrhundert immer kunstfertiger.

Die Kunstschmiede des Domes, natürlich Freisinger, zogen nicht nur die Formen, sondern waren auch als Vergolder tätig. Allerdings zeigte die Urfassung der Gitter das Gold nur auf den oberen Kränzen, der Rest der Gitter war schwarz.
Bei der Metallvergoldung (bei Holz oder Stein würde man eine mehrschichtige Kreidegrundierung auftragen – oft rötlich) zog man meist die wetterfeste Ölvergoldung vor. Das Metall wurde mit Anlegeöl, dem Mixtion, einer Mischung aus Leinöl, Bleiglätte und Terpentinöl eingelassen. Es entstand ein nicht klebriger Untergrund, auf dem das hauchdünn ausgeschlagene Blattgold „angeschossen", (so der Fachausdruck) wird. „Anschießer“ ist ein flacher Pinsel aus Fehhaar, das aus dem buschige Schwanzhaar oder Winterfell des Eichhörnchen besteht. Der Vergoldet streicht zu diesem Zweck vorher mit dem Pinsel durch sein eigenes Haar oder über seine Haut, um den Pinsel leicht einzufetten, um so das Blattgold aufnehmen zu können. Die Vergoldung kann danach mit einem Poliergriffel, der meist aus Hämatit oder Achat besteht, zum Glänzen gebracht werden.

Chemische Vergoldungen, wie das Galvanisieren oder Farbvergoldung waren damals noch nicht bekannt.

Die beiden Grundformen für Ziergitter sind der Vierkantstab und der Rundstab: Vierkantstäbe werden oft für die Rahmung gebraucht (Festigkeit), Rundstäbe können leichter geborgen und zerteilt werden, um in reichen Dekorationsformen wie Akanthusblättern, Laub- und Bandelwerk, Wappen und Embleme ihre variablen Ausdrucksformen zu zeigen.

Entstehung der Gitter in der Freisinger Domkirche:

An die romanischen Seitenschiffe wurden zu mittelalterlichen Zeiten mehrere Kapellen angefügt.



Bischof Veit Adam (man beachte Adam und Vitus-Veit als Gitterembleme im ersten Seitenaltar, rechts)ließ die Kapellen für Apollonia\Elisabeth, Thomas (aber mit Damaskusereignis),Paulus, Hl. Geist,  Matthäus, ) auf der anderen Seite (Michael und Castulus, Wolfgang und Georg, Joachim und Anna, einer sitzenden gotischen Muttergottesskulptur, Ursula und Ottilie 1624 durch einen eigenen Kapellengang verbinden und mit diesen Gittern abschließen.

Die Kapellengänge führen nun von links vorne beginnend den Besucher durch die Lebensgeschichte Mariens, von der Vision der Eltern Anna und Joachim als besonderes Kind bis zum Sterben Marias im Kreise der Jünger, rechts vorne.



Die KAPELLENGITTER des Freisinger Doms gliedern den fünfschiffigen Raum der Wegekirche und sind seit 1724 fest in die Wände ein geputzt. Sie wurden zwischen 1630 und 1664  von den Schlossern Hans Keser und Niklas Tröscher als Auftragsarbeit für Bischof Johann Franz Eckher geschmiedet.
In alten Rechnungsbüchern des Domkapitels wird 1664 Keser z.B. für das Gitter an der Georgskapelle bezahlt. Als weiterer Name für die westlichen Gewerke findet sich Antoni Seitz.

Die Gitter dienten nicht nur dafür, wertvolles liturgisches Gerät vor dem Zugriff von Dieben zu schützen, sondern zeigen eine eigene Aussage:

Sie haben eine klare horizontale Dreiergliederung und erinnern in starker Stilisierung an Lebensbäume (vgl. die moderne Umsetzung von Gustav Klimt).

Unten zeigt sich die Verwurzelung in der Erde, der Mittelteil bildet senkrecht aufstrebende Stämme, um im oberen Teil als Blattwerk oder Blüten und in religiösen Emblemen, wie dem bekannten IHS als Salvator zu gipfeln oder sie zeigen Wappenembleme, Zeichen der Namenspatrone der jeweiligen adeligen Stifterfamilie oder bemalte Blechbildchen der Altarpatrone.

Die Künstler verwendeten oft die sog. Durchstechtechnik: Dabei wird ein Stab zunächst gebogen, dann an einer Stelle breitgeklopft, durchbohrt, um dort das andere Ende des Stabes durchzuziehen.
So entstehen Knoten, Spiralen, Achter, Labyrinthe. Im oberen Abschluss sind die Gitterstäbe oft herausgezogen, geteilt, gebündelt, verzweigt zu großen Blüten oder  Abschlussbuschen.


Es lassen sich zwei Arten von Arbeitsweisen sehen:

Rundstäbe in Steckverbindungen und Verzweigungen. Rundstäbe, die stellenweise zu flachen Bändern ausgehämmert sind (östliche Gitter Nordseite). Bei genauem Hinschauen lässt sich so die Handschrift des Künstlers gut erkennen. Bei den jüngeren Gitter erkennt man ebenso bereits eine quasi Standartfertigung , vorgefertigte Teile, Klammern als Verbindung.

1774 wurden die Gitter dem Raumkonzept der Gebrüder Asam angepasst, nämlich weiß-golden.




Als sie im Laufe der Jahrhunderte stark nachgedunkelt waren, entschloss man sich nach 2006 die Kapellengitter ganz zu vergolden, so reflektieren sie das himmlische Licht und werden durchlässig.

Theologisches Konzept:

Schutz des Heiligen:  Geräte und Außerordentlichkeit der Person, der Kunstwerke, z.B. „Heimsuchung“ der Münchner Künstlers Peter Candid.

Das Motiv des verschlossenen Paradieses, das Jesus auf die Fürsprache Mariens öffnet, ist der durchgängige Tenor. Jesus knüpft mit den Menschen einen dreifaltigen Frieden.
(Vgl. die drei Tauben am zweiten Tor rechts, die auf den Noahbund, den Gottessohnbund und den ewigen Frieden des Weltgerichtes hinweisen und gleichzeitig neben dem "Freisinger Mohr die Wappentiere von Bischof Adam Veit sind).
Gold als göttliche Farbe. Jesus wird zur Türangel, um die sich alles dreht. Auch der priesterliche Dienst in der Messe stößt die Tür zum Paradies auf.

Cardo,cardinis (lat. die Türangel), daher kommt das Wort "Kardinal", ist ein Mittler, das Tor geht leichter auf, lässt sich leichter wenden.


Maria, die Reine, (symbolisiert durch die Lilien), öffnet ebenso das Tor zum Paradies, weil sie es zugelassen hat, sich ganz auf Gott einzulassen und den Gottessohn auf die Welt zu bringen. Zum Paradies drängen sich die Seelen in der Gestalt von Vögeln, genauer Pfauen,




die Symbole der Unsterblichkeit sind , weil angeblich ihr Fleisch kaum verweist.

Das IHS -  Iota, Eta, Sigma 1. 2. 3. Buchstabe des Nomen Sacrum des griechischen "IESOUS" lässt viele Deutungen zu.

Jesus habemus socium – Jesus haben wir als Gefährten.

Volkstümlich: Jesus Heiland Seligmacher.

Jesus hominum Salvator – Jesus Retter der Menschen.

Im Strahlenkranz als Leib Christi, der in der Kommunion ausstrahlt im Geist über alle Gläubigen, zeigt sich die unendliche Liebe (Herzen) Gottes und in den

Nägel die Aufopferung der Liebe
Gottes für die Menschen.



Jesus ist die Tür zum Leben.
In Joh 10,7 heißt es:“ Ich bin die Tür... Ich bin gekommen, damit sie Leben und reiche Fülle haben.“
So werden sie Kapellengitter gleichsam die goldene Fassung für das Leben Mariens und umrahmen in wertvollster Weise die Vita des Hl. Korbinan in den Fresken der Gebrüder Asam im Mittelschiff.

(Bilder und Text: copyright by frieda)


Mittwoch, 25. Juni 2014

Eine Stunde am Luganer See


Habt ihr noch Zeit, die stillen Plätze der Natur aufzusuchen?
Habt ihr noch Zeit, auf einer braunen  Holzbank am Ufer dieses Sees zu sitzen, dem Schlagen oder Säuseln der ans Ufer klatschenden Wellen zuzuhören? Hört ihr noch den Ruf der Amsel aus den Blättern des Rotahorns, seht ihr noch die Ameisenstraßen, die zwischen Gras und Granitplatten hin und her meandrieren?

Die Schatten, die vom Wind- und Sonnenspiel ununterbrochen verändert werden? Ruderboote, die am Ufer dümpeln, nicken im Wasser auf  und ab.


Eine Haubentaucherente versteckt sich unter der Wasseroberfläche, wirft Luftblasen nach oben und kommt nach wenigen Augenblicken wieder mit der Beute ans Tageslicht.
Habt ihr noch Zeit, im Schatten eines Baumes zu sitzen und nur zu sehen und zu lauschen?
Die Ente fliegt vom Wasser auf, ein platschendes Geräusch, dazu schlagen zwölf mal die Kirchenglocken von Caslano.

Vor mir wölbt sich eine grüne Wiese dem Wasser zu, der See flirrt in hellen und dunklen Querfetzen türkis. Die Sonne setzt dem Wasser aprikosefarbene Glanzlichter auf. Eine elegante Libelle tanzt wie ein Minihelikopter über dem blauen Nass.
Auf der anderen Uferseite lassen sich helle Büsche erahnen, sie vermischen sich mit dem Tannengrün, am Himmel türmen sich ins lichte Blau Schönwetterwolken, je näher sie mir kommen, desto mehr verdünnisieren sie sich. Sie lösen sich auf wie die Probleme, die ich mit mir trage, die ich aber in dieser Stunde am See vollkommen vergessen habe.

Es ist hier berauschend herrlich, man möchte ewig hier verweilen, aber diese eine Stunde muss für viele Stunden voller Stress und Aufregung reichen. Der innere Akku ist jetzt wieder voller Kraft.

Montag, 9. Juni 2014

Vor zwei Jahren im Augenblick der Ewigkeit

Was kann ich denn noch für dich tun?
Hier in diesem Erdenleben.
Ich kann Dir eine Kerze anzünden,
Dir Blumen bringen, für Dich beten.
Ich kann Dir meine Liebe mit auf 's Grab legen.
Die Orgel erzählte mir, dass Du jetzt ein "Amen" und noch mehr
ein "Halleluja" bist.
"Der Priester ist von Gott
aus den Menschen berufen
zum Dienst für sie und ihn."
Du hast Deinen Dienst für Gott
an den Menschen über alles gestellt.
Eigentlich bist Du wie Jesus für ihn und
sie gestorben.

Wie sollte ich dich je vergessen!